Author Archive

Statement zur documenta fifteen

Die documenta fifteen, eine der wichtigsten Ausstellungen der Gegenwartskunst in Deutschland und weltweit, befindet sich momentan im Brennpunkt öffentlicher Debatten. Es wurde ein kuratorisch anspruchsvoller Weg beschritten, um eine partizipativ-kritische bis aktivistisch-künstlerische Haltung nicht nur auszustellen, sondern in Kassel erlebbar zu machen. Das indonesische Künstler*innen-Kollektiv ruangrupa verschafft vielen weiteren Kollektiven und Künstler*innen eine markante Plattform und zeigt auf, wie künstlerisches Handeln biographische, ökonomisch-existenzielle, politische und gesellschaftliche Relevanz erfahren kann.
Die öffentliche Auseinandersetzung um eine antisemitische Ikonographie im Kontext der Ausstellung wirft zwar einen erheblichen Schatten auf das ambitionierte Projekt, aber eröffnet gleichzeitig die Gelegenheit für eine tiefgründige Untersuchung gesellschaftlicher und politischer Verantwortung, und ermutigt dazu das Prinzip kollektiver Kurator*innenschaft reflexiv und kritisch weiter zu entwickeln.

Als Wissenschaftliche Sozietät für Kunst Medien Bildung erklären wir, dass der Besuch der documenta fifteen trotz vieler Reibungspunkte für eine engagierte und zeitbezogene Kunstpädagogik von großer Bedeutung ist. Wir halten den fachlichen Diskurs, persönliche Begegnungen sowie den politischen Dialog, informierte Kritik und sachlichen Streit für unverzichtbar, um dringend benötigte kunstbezogene Verhandlungsräume verantwortungsvoll zu öffnen.

Ab dem 15.8.2022 laden wir ein, darüber intensiver in den Austausch zu kommen. Zwischenzeitlich freuen wir uns über Rückmeldungen und antworten sobald (wegen  urlaubsbedingter Abwesenheiten) möglich. 

Der Vorstand der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung

Call for Entries: Tagung Bildsituationen 14.-15.10.2022

»Bilder situieren« lautet die Leitthese dieser Tagung. Mit der Begrifflichkeit ›Bildsituation‹ adressieren wir, anders als mit ›Bild‹ oder ›Bildrezeption‹, eine räumliche, zeitliche, historische und kulturelle Dimension. Denn wir erfahren und rezipieren Bilder nicht im luftleeren Raum, sondern stets in räumlichen und zeitlichen Kontexten, eingebettet in mediale, kulturelle und soziale Dispositive. Bildsituationen verorten und positionieren Subjekte, indem sie deren Erfahrung auf spezifische Weise nicht lediglich auf, sondern vielmehr an Bildern und durch diese ausrichten. Doch vor welche terminologischen, konzeptionellen und theoretischen Herausforderungen stellt uns diese Verschiebung hin zu einem ›situativen‹ Verständnis von Bildlichkeit? Welche Rolle spielen die Umgebungen der Bilder, Dispositive, Strategien und Praktiken des Displays und der Inszenierung, ihre Konstellationen zu anderen Bildern, in etwa Bildserien und -ensembles oder in assoziativen Verknüpfungen zu abwesenden, mentalen oder imaginären Bildern? Wie sind diese zugleich immer an diejenigen rückgebunden, die sie erfahren? Welche sozialen und kulturellen Praktiken werden durch sie ermöglicht, habitualisiert, aber auch transformiert? Was folgt daraus für Prozesse der Vermittlung und Bildung? Wie können wir als Forschende diesem Perspektivwechsel methodisch, methodologisch, theoretisierend begegnen?

Die Tagung wird vom Arbeitsbereich Kunstpädagogik/Art Education der Universität Hamburg organisiert und richtet sich an Forschende aller Fachrichtungen. Wir freuen uns ausdrücklich über Einreichungen von (Post-)Doktorand:innen. Zum gegenwärtigen Planungstand wird die Tagung in Präsenz stattfinden. Abstracts (max. 750 Wörter) können bis zum 29.05.2022 inklusive einer Kurzbio an lukas.sonnemann@uni-hamburg.de gesendet werden.

Vollständigen CFE als PDF herunterladen.

Call for Papers: All Inclusive – Kunstpädagogische Inklusion

Jahrestagung der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst, Medien, Bildung am 29. und 30. September 2022 in Kooperation mit der Universität Potsdam. Nähere Informationen zum Veranstaltungsort, Teilnahmemodalitäten (in Präsenz, hybrid), Anmeldung etc. folgen in Kürze.

Die Vermittlungspraktiken mit, durch und über Kunst und die damit in Verbindung stehenden kunstpädagogisch relevanten Theorien und Annahmen verbindet, dass sie von den kunstpädagogischen Akteur*innen im Spannungsfeld eines situationsbezogenen Anspruchs einerseits und ihren normativen Bezügen andererseits als elementare kunstpädagogische Terminologie hervorgebracht und umgesetzt werden. Der an die Inklusion im Kontext von Bildungsprozessen gestellte Anspruch, gesellschaftliche Teilhabestrukturen zu verbessern und zugleich innerhalb einer Praxis zu operieren, die „den Mechanismen gesellschaftlichen Ausschlusses nicht entkommt“ (Hummrich, 2017, S. 176), bildet sich paradoxal im Rahmen einer an Inklusion orientierten Kunstpädagogik ab.

Zum einen bildet sich ein vermeintlich ‚weites‘ Verständnis von Inklusion kunstdidaktisch auf der normativen Ebene des gemeinsamen Unterrichts von Kindern mit und ohne Behinderung ab, was in zahlreichen Beschreibungen inklusiver Vermittlungspraxis in einem ‚engen-weiten‘ Inklusionsverständnis seinen Ausdruck findet. Durch die Beibehaltung einer Output-Orientierung, werden Exklusion produzierende Systeme implizit stabilisiert und eine kunstdidaktische Forschung ohne Transformationsanspruch etabliert. Mit Adorno (2015[1957]), S. 200) gesprochen werden „lediglich Reaktionen innerhalb des herrschenden Systems festgestellt, nicht Struktur und Implikationen jenes Systems selbst analysiert“.

Zum anderen bietet eine an Inklusion orientierte Kunstpädagogik die Chance der Analyse bestehender Strukturen und Praktiken der Teilhabe.

Vor diesem Hintergrund rückt die Tagung zentrale wechselseitige Bezugnahmen der kunstpädagogischen Terminologie und einer inklusiv ausgerichteten Kunstpädagogik ins Zentrum.

Es sollen zum einen dem Inklusionsdiskurs inhärente Argumentationslinien, beispielsweise der De-Kategorisierung, Anti-Diskriminierung, Normierung und Teilhabe, in ihren mittel- und unmittelbaren Bezügen zu zentralen kunstpädagogischen Theoremen reflektiert und diskutiert werden. Derartige historische, systematische, theoretische sowie empirische Reflexionen sollen zur Präzisierung einer kunstpädagogischen Inklusion und einer inklusiven Kunstpädagogik beitragen, aber auch für Leerstellen und Spannungsfelder sensibilisieren. Zum anderen sollen kunstpädagogische Diskurslinien vor dem Hintergrund ihrer Bezugnahmen auf Inklusion resp. Exklusion befragt werden. Die inklusive Transformation kunstpädagogischer Theorien und Praktiken rückt zentrale kunstpädagogische Begrifflichkeiten wie u.a. Literalität und Digitalität in einen ungewohnten Zusammenhang und fordert eingeschliffene Positionen heraus.

Im Rahmen der Tagung sollen in diesem Sinne Beiträge einen Raum finden, die wechselseitige Bezugnahmen von kunstpädagogischer Terminologie und Inklusion in den Blick nehmen und zum Anlass theoretischer und/oder empirischer Bestimmungen und Neu-Einsätze machen.

Gesucht werden Beiträge in Form von Vorträgen und Workshops, die sich thematisch offen auf den genannten Kontext beziehen. Wissenschaftler*innen in der Qualifizierungsphase sind explizit eingeladen, sich zu bewerben. Interessierte können bis zum 13.05.2022 ein Abstract (max. 500 Wörter) einreichen an hannes.riedel@uni-potsdam.de.

Das Abstract enthält folgende Angaben:

  1. Titel des geplanten Beitrags
  2. Name und institutionelle Anbindung der Forscher*innen
  3. Kurzbeschreibung des Beitrags mit Hinweisen auf Thematik und Fragestellung, den theoretischen und methodischen Bezugsrahmen sowie die zentralen Ergebnisse.

 

Für das Vorbereitungsteam:

Andreas Brenne & Michaela Kaiser

kunstpädagogisch fragen: Wie lernen wir mit Maschinen, wenn Maschinen mit uns lernen?
 Im Gespräch mit Shusha Niederberger

Dienstag 18. Januar 2022 um 19h online
Meeting-ID: 842 4829 2154
Kenncode: 816876
 
Wir schreiben und wir lernen schon lange mit Maschinen, aber noch nie haben wir dabei so viel von uns Preis gegeben. Denn mittlerweile lernen Maschinen von uns und vor allem über uns und sie lernen davon ausgehend dann sogar unabhängig von uns. Was heißt das für die Kunst, für die Wissenschaft, für die Pädagogik? Wie entsteht Neues im Zusammenspiel mit digitalen Infrastrukturen, insbesondere im Kontext von Bildlichkeit? Welche Rolle spielt dabei die Ästhetik? Welche Formen und Formate des Wissens, welche Praktiken und Techniken des Erkennens und Partizipierens zeigen sich in der (post-)digitalen Kondition? Welche Anschlussstellen, Potenziale und Abgründe ergeben sich daraus für eine Kunstpädagogik der Zukunft?
 
Shusha Niederberger ist Kunstvermittlerin mit Fokus auf Medienkunst, und lehrt und forscht zu digitaler Kultur und Kunst. 1995 entdeckte sie das Internet, Kunst im Internet und Künstler:innen übers Internet. Sie hat daraufhin bildende und digitale Kunst in Zürich und Wien studiert, im Bereich Technologie ist sie leidenschaftliche Autodidaktin. 2014 hat sie die Kunstvermittlung am HEK (Haus der elektronischen Künste) in Basel aufgebaut und bis 2021 geleitet. Sie unterrichtet seit 2016 zeitgenössische Netzkultur an der F+F Schule für Kunst und Design in Zürich, und war 2017-19 Teil des Forschungsprojektes „Creating Commons“, das digitale künstlerische Praktiken als Commoning untersuchte. Gegenwärtig arbeitet sie an ihrem PHD zu User Data Praxis innerhalb des Forschungsprojektes „Latent Spaces – Performing Ambiguous Data“.
 
In der kooperativen Veranstaltungsreihe »kunstpädagogisch fragen« zwischen der HfbK und der Universität HH soll jeweils eine künstlerische und wissenschaftliche Position im Gespräch befragt werden, um unterschiedliche Vorgehensweisen, deren Grenzen und Ethiken zu beleuchten und daraus langfristig eine Kunstpädagogik zu entwerfen, die es noch nicht gibt.
 
Veranstaltungsreihe: »kunstpädagogisch fragen«
Veranstalter:innen: Prof. Dr. Andrea Sabisch, Prof. Dr. Anja Steidinger, Prof. Dr. Nora Sternfeld
für die Sozietät Kunst, Medien, Bildung e.V.
Ort: Hochschule für Bildende Künste HH und Universität HH, abwechselnd
Jahresthema 2021: Wie lernen wir mit Maschinen, wenn Maschinen von uns lernen?

Online-Konferenz: Auf der Suche nach der fünften Dimension

Am 3. und 4. Dezember ist es soweit: Unter dem Titel «Auf der Suche nach der 5. Dimension» findet die Onlinekonferenz Fachdidaktik Kunst und Design 2021 statt. Die Veranstaltung richtet sich an Studierende, Lehrpersonen aller Schulstufen, Vermittler:innen, Forschende und Dozierende in Art Education, Kunstpädagogik, sowie Kulturelle Bildung und angrenzenden Bereichen. 
 
Die Teilnehmenden erwartet ein abwechslungsreiches Programm aus kurzen Impulsbeiträgen («Grüßen aus den Dimensionen»), Kontextualisierungen im Plenum und vertiefendenden, praxisorientierten Workshops. Ein virtueller OFF SPACE bietet die Möglichkeit, sich informell auszutauschen und Fragestellungen aus der Tagung ästhetisch-künstlerisch zu vertiefen. 
Weitere Informationen auf https://5d.zhdk.ch/.
Die Teilnahme an der Onlinekonferenz ist kostenlos. Die Anmeldung ist ab sofort möglich. 
Hintergrund und Konzept der Arbeitstagung
 
Mit der zweitägigen Onlinekonferenz findet ein gut dreimonatiger kollaborativer Entwicklungsprozess seinen vorläufigen Höhepunkt. Rund 40 Akteur:innen aus Deutschland und der Schweiz, aus Kunstunterricht, Hochschullehre und kunst- bzw. designpädagogischer Forschung, haben sich gemeinsam der Herausforderung gestellt, ausgehend von ihren Erfahrungen der vergangenen Monate drängende Fragen aus der kunstpädagogischen Praxis zu sammeln und in Arbeitsgruppen erste Ansätze zu ihrer Bearbeitung zu entwickeln.
 
Die der Teilchenphysik entlehnte Denkfigur der «5. Dimension» ermöglichte dabei nicht nur, die durch die pandemiebedingte Ad-hoc-Distanzierung und Ad-hoc-Digitalisierung gemachten Entdeckungen – neue Möglichkeiten, Herausforderungen und blinde Flecken – in Bezug zu den bisherigen Dimensionen kunstpädagogischen und kulturvermittelnden Handelns einzuordnen. Auch die bisherigen Dimensionen selbst und Verschiebungen zwischen diesen konnten dadurch in den Blick genommen werden.
 
 
Die Arbeitstagung Fachdidaktik Kunst und Design 2021 ist eine Veranstaltung der Zürcher Hochschule der Künste und der Technischen Universität Dresden.

Tagung: Dank Images, Tiktok und Apokalypse. Bildhandeln im Internet

Symposium/Worklab: FR 10.12.21 + SA 11.12.21
Veranstaltungsort: Zoom via Uni Köln und Mozarteum

 

Digitale Bilder zirkulieren weltweit und über sie werden auch politische und gesellschaftliche Ereignisse kommuniziert und kommentiert. Besonders Krisenszenarien – von #covid19 bis #capitol – befeuern die Bildproduktion und lassen Memes zu politischen Akteur*innen werden. Der Begriff dank [dæŋk] markiert dabei einen Extremwert im Diskurs und verbindet Qualitäten zwischen Coolness, Weirdness sowie Spezialwissen entgrenzter Bedeutungsräume der Memekultur. Das Symposium/Worklab ‘dank images’ sucht entlang des durchdringenden Gefühls eines Living in the End Times (Zizek) nach neuen Formen der visuellen Begegnung und kulturellen Aushandlung und untersucht trending and hidden Hashtags in einer kollektiven Field Study auf ihr (kunst)pädagogisches Potential. 
DANK is another way of saying COOL or AWESOME TO THE MAX. DANK MEME refers to viral internet content of overuse or passing trends. It can also refer to unique or weird memes. (Quelle: Internet)

 

Wir möchten Dich/Sie/Euch und eure Forschung zu einem intensiven Arbeitstreffen am Material einladen. 
Gäste sind herzlich willkommen und melden sich bitte per Email bei Jana Wodicka an. 

Online-Jahrestagung 2021

 

Programm

 

Donnerstag, 14.1.2021, 14:00-19:00 Uhr 

13:30 – 14:00 Ankommen in Zoom

14:00 – 14:30 Begrüßung und Einführung von Manuel Zahn

14:30 – 15:30 Research Mural Walk mit Beiträgen von

  • Stefanie Johns
  • Notburga Karl
  • Michaela Kaiser
  • Gesa Krebber
  • Jana Tiborra

15:30 – 16:00 Pause

16:00 – 17:00 Forschung im Entwurf: Kurzvorträge von

  • Nadia Bader: Potenziale einer Arbeit an/mit Tutorial Videos in der Kunstlehrer*innenbildung
  • Alexander Henschel: Zur Mehrfachbedeutung des Fremdheitsbegriffs im kunstpädagogischen Diskurs
  • Torsten Meyer: Quasi-Subjekt und algorithmische Medienkulturen

17:00 – 17:30 Pause

17:30 – 18:30 Gesprächsforum I: Kunst, Pädagogik und Digitalisierung mit Kurzimpulsen von Christine Heil und Marc Fritzsche als Gesprächsanlässe und danach Gespräch im Plenum

18:30 – 19:00 Ausklang

Freitag, 15.1.2021, 13:00-18:30 Uhr

12:30 – 13:00 Ankommen in Zoom

13:00 – 14:00 Laufende Forschungsprojekte I: Kurzvorträge von

  • Jasmin Böschen: Der Fall mit dem Fall. Spuren von Erfahrung im Smartphone-Film
  • Lennart Kraus: Im Gegen Satz – der Essay als didaktische Form
  • Karl-Josef Pazzini: Sexualität und Wissen für Kunst und Pädagogik

14:00 – 14:30 Pause

14:30 – 15:30 Laufende Forschungsprojekte II: Kurzvorträge von

  • Lukas Sonnemann: Bild(er)ordnung(en) – visuelle Syntagmatik und Bilderfahrung im Medium Ausstellung
  • Andrea Sabisch: Bildlichkeit, Montage, Affizierung, Responsivität
  • Andreas Brenne: Symbolhandeln von Kindern in der postdigitalen Gesellschaft

15:30 – 16:00 Pause

16:00 – 17:00 Gesprächsforum II: Kunst, Pädagogik und demokratiebildende Perspektiven, mit Kurzimpulsen von Ansgar Schnurr und Manuel Zahn als Gesprächsanlässe und danach Gespräch im Plenum

17:00 – 17:15 Pause

17:15 – 18:00 Abschluss: Austausch zu Berührungen und Schnittmengen gemeinsamer Forschungsinteressen sowie zu Blinden Flecken

18:00 – 18:30 Ausklang
 

Abstracts

 
Donnerstag, 14.1.2021, 14:00-19:00 Uhr

Nadia Bader: Potenziale einer Arbeit an/mit Tutorial-Videos in der Kunstlehrer*innenbildung
Tutorial-Videos können als aktuelles, (pop-)kulturelles Phänomen gelten. Eine Diskussion und Untersuchung aus kunstpädagogischer Perspektive erscheint gerade angesichts pandemiebedingt beschleunigter, digitaler Entwicklungen an Schulen und Hochschulen lohnenswert. Der Beitrag skizziert Ideen und Ansätze zu einer forschend-reflexiven Arbeit an/mit Tutorial-Videos in kunstdidaktischen Seminaren in der Lehrer*innenbildung. Anhand verbaler und non-verbaler Äußerungen können beispielsweise implizite Orientierungen der Vermittler*innen aufgespürt sowie mögliche Potenziale und Grenzen des Einsatzes von Tutorial-Videos im Kontext des Kunstunterrichts diskutiert werden.

Alexander Henschel: Zur Mehrfachbedeutung des Fremdheitsbegriffs im kunstpädagogischen Diskurs
Die Begriffsgeschichte des Ausdrucks „fremd“ zeugt von Mehrfachbedeutungen und widersprüchlichen Verwendungsweisen. Spuren dieser Geschichte entfalten im kunstpädagogischen Diskurs entsprechend unterschiedliche Wirkung. Im Beitrag geht es darum, verschiedene Verwendungsweisen, Bedeutungsebenen und rahmende Logiken des Fremdheitsbegriffs zu sortieren und Überlegungen zu deren Wechselwirkung im kunstpädagogischen Kontext anzustellen.

Torsten Meyer: Quasi-Subjekt und algorithmische Medienkulturen
Vor dem Hintergrund von Jacques Lacans Modell des psychischen Apparates als Verknüpfung von Realem, Symbolischen und Imaginärem könnte man einerseits sagen, dass Kunst(objekte) solche Zusammenhänge von Realem, Symbolischen und Imaginärem knüpfen und deshalb möglicherweise auch als im Rahmen einer Actor Network Theory als Quasi-Subjekte zu verstehen sein könnten. Darauf fußt möglicherweise die Idee der ästhetischen Bildung. Ein ganz anderer Zusammenhang der Verknüpfung von Realem, Symbolischen und Imaginärem geschieht mittels der Quasi-Subjekte, die die algorithmische Medienkultur in Form von Suchmaschinen, Werbealgorithmen, Buchempfehlungen, Partnerbörsen und anderen künstlichen Intelligenzen produziert.
Diese Zusammenhänge finde ich interessant. Ich weiß selbst noch nicht wofür.

Freitag, 15.1.2021, 13:00-18:30 Uhr

Jasmin Böschen: Der Fall mit dem Fall. Spuren von Erfahrung im Smartphone-Film
Der Kurzvortrag skizziert die Grundzüge meines Promotionsprojekts mit dem Arbeitstitel „Film-Bildung mit dem Smartphone. Medienästhetische Annäherung an eine neue Bildlichkeit“. Mir geht es darum, auszuloten, inwiefern sich Erfahrung im Machen von Smartphone-Filmen erforschen lässt. Zudem wird befragt, wie im Filmen mit dem Smartphone bestehende Vorstellungen von Film neu ausgehandelt werden und eine neue Bildlichkeit entwickelt wird.

Lennart Kraus: Im Gegen Satz – der Essay als didaktische Form
Seit einiger Zeit werden erneut Methoden künstlerischer Untersuchungen diskutiert, die sich sowohl im Kunstfeld als auch vermehrt in Ökonomie- und Bildungskontexten beobachten lassen. Durch die essayistische Form wird hier Assoziatives, Bruchhaftes und Fragwürdiges in erkenntnisorientierten Erzählungen zusammengesetzt. Was dabei evoziert wird, kann als Autodidaktik des essayistischen Lesens, Schreibens und Produzierens umschrieben werden.

Karl-Josef Pazzini: Sexualität und Wissen für Kunst und Pädagogik
Die Kunstpädagogik war schon immer erotischer und sexueller als andere Fächer, gerade auch in den verkitschten Formen.
Wissen muss immer wieder umschrieben werden. Insbesondere wegen der momenthaften und rätselhaften Formen des Bewusstseins und dem vielen unbewussten Wissen, das nicht weniger wird.
In Anlehnung an Freud und Lacan argumentiert Alenka Zupančič, dass sich Sexualität am Punkt eines „Kurzschlusses“ dessen, was ist (Ontologie), und der Weisen, wie man es vernehmen, denken und wissen kann (Epistemologie) befindet.
Die Konjunktion von Sexualität und Wissen bringt kaum etwas hervor, das vorweg klar ist oder eine Emanzipation garantiert. Die Verbindung ist um eine grundlegende Negativität herum strukturiert, um etwas, das niemand genau wissen kann. Sie berührt das Unbewusste und versucht es kenntlich zu machen. Das macht Angst, Zögern, Erwartungsdruck, Abwehr, Vorfreude und Freude. Viele ahnen, dass der Orgasmus eine Berührung von Sein und Wissen ist: Kaum eines positiven, affirmierbaren Wissens. Sexualität entzieht sich bei ihrer Bestimmung, sie überschreitet. Kunst macht eine ähnliche Struktur. Sexualität ist wie Kunst weniger als Natur. Sie muss wohl mehr sein.

Lukas Sonnemann: Bild(er)ordnung(en) – visuelle Syntagmatik und Bilderfahrung im Medium Ausstellung
In meinem Promotionsprojekt beschäftigte ich mich mit bildlichen Übergängen in Kunstausstellungen. Wie lassen uns Konstellationen von Bildern an spezifischen Orten, bekannt, anders oder neu sehen? Wie lassen sich Relationierungsweisen von Bildern theoretisch beschreiben und empirisch erforschen? Wie andere Weisen der Ordnung, jenseits von konventionalisierten Formen oder semiologischen Modellen beschreiben?

Andrea Sabisch: Bildlichkeit, Montage, Affizierung, Responsivität
In bildlichen und filmischen Darstellungen werden unsere Blicke gelenkt, unsere Aufmerksamkeit allererst erzeugt und fortwährend verschoben, Gestalten gebildet und Sinn generiert. Insofern kann man sagen, dass Medien unsere Erfahrungen formieren. Sie bilden Zwischenräume, in denen wir interagieren und die uns ausrichten. Die Frage, wie dies geschieht, ist jedoch seltsam unerforscht. Wie verschränken sich bewegte Bilder mit Subjekten und Sozialitäten? Wie affizieren sie, wie geben sie zu denken, wie formatieren sie? Welche Techniken und Strategien der Kopplung erscheinen dabei im pädagogischen Kontext interessant? Wie lassen sich Veränderbarkeiten des Sehens, Denkens, Wahrnehmens erkennen, darstellen und erforschen, wenn Montagepraktiken des Digitalen beispielsweise unsichtbar bleiben und unbewusst ablaufen?

Andreas Brenne: Symbolhandeln von Kindern in der postdigitalen
Kinder setzen sich in vielfältiger Weise mit ihrer Lebenswelt auseinander – dabei spielt Symbolhandeln (Aby Warburg) eine zentrale Rolle. Weltzusammenhänge sind in dieser Form kommunikabel, und können Gegenstand einer diskursiven und kollaborativen Sinnproduktion sein. Wenn, wie entsprechende Ansätze nahelegen, das Postdigitale unsere Gesellschaft maßgeblich prägt, so müssten sich auch Kinder alltäglich in und mit Symbolen mit diesem auseinandersetzen.
In diesem Kontext sind zwei Forschungsprojekte angesiedelt (in Kooperation mit Prof. Dr. Florian Eßer, Uni Osnabrück), die im Rahmen eines Kurzvortrags kurz skizziert werden. Ziel der vorgestellten Projekte ist es, im Rahmen eines kunst- und medienpädagogischen Settings, den Umgang von Kindern mit digitalen Medien zu beobachten, die symbolische Ebene dieses Handelns aufzuschließen und hierdurch zu rekonstruieren, wie sich Kinder (ihre) postdigitale Welt erschließen.

Tagung: How to Arts Education Research?

Wissenspraxen zwischen Kunst und Bildung
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe

05./06. November 2020

Ab sofort startet die Anmeldung für die Tagung »HowtoAER? Wissenspraxen zwischen Kunst und Bildung«, organisiert von Dr. Nadia Bader (Pädagogische Hochschule Fachhochschule Nordwestschweiz), Dr. des. Stefanie Johns (Universität der Künste Berlin) und Lennart Krauß (Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe), die am 05.-06.11.2020  an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe stattfinden wird. Die Tagung thematisiert im Kontext des Diskurses ›Künstlerischer Forschung‹ deren Potenziale für und Perspektiven auf Kunstpädagogik und -vermittlung.

Die Tagung fragt nach den Methodologien und Wissenspraktiken künstlerischer und kunstpädagogischer Forschung, den Formen visueller (Re-)Präsentationen und visuellen und ästhetischen Modellen, als beispielsweise visuelle oder ästhetische Argumentation, den hybriden Selbst- und Fremdverständnissen kunstpädagogisch Forschender und der Emanzipation und Legitimation künstlerisch-ästhetisch akzentuierter Forschung auf methodischer aber auch wissenschaftspolitischer Ebene.

Die Tagung war für den 02./03. Juli 2020 geplant. Aufgrund der aktuellen Weltlage des Corona-Virus wurde der Termin verschoben. Der neue Termin für die Tagung ist der 05./06. November 2020.

Webseite: howtoaer.com
Anmeldung unter: https://howtoaer.com/anmeldung/
Programm unter: https://howtoaer.com/programm/

Tagung: Ästhetik – Digitalität – Macht

Neue Forschungsperspektiven im Schnittfeld von kultureller Bildung und Medienpädagogik

Joint Conference: 11. Tagung des ›Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung‹ und Herbsttagung der ›Sektion Medienpädagogik‹ der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft

veranstaltet von:

›Digitalisierung in der kulturellen Bildung – ein Metaprojekt (Teilprojekt 1)‹ des Lehrstuhls für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Kultur und ästhetische Bildung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

24.-26. September 2020. Akademie für Schultheater und performative Bildung Kulturwerkstatt auf AEG, Nürnberg

Neuer Termin: 18. – 20. März 2021- ONLINE
Verlängerung der Einreichungsfrist bis zum 1. November 2020

Digitalisierung verändert Selbstverhältnisse, Gemeinschaftsformen und Demokratieverständnisse. Die gegenwärtige post-digitale Kultur und ihre ästhetischen Erfahrungsräume können ohne Kenntnis digitaler Medialität und digitaler Designs – verstanden als machtgeladene ästhetische Prozesse (Mareis 2016, von Borries 2016) – nicht mehr verstanden werden. Umgekehrt ist die Ausbreitung digitaler Medialität in der ästhetisierten Gesellschaft (Reckwitz 2012, Böhme 2016) nur mehr unter Bezug auf ästhetisch-kulturelle Praxen entschlüsselbar. Ästhetische, kulturelle und mediale Wissensfelder sind daher für pädagogische Handlungsfähigkeit wie auch für eine zukunftsgerichtete Entwicklung der Forschung zur kulturellen Bildung und Medienpädagogik unumgänglich.

Die gemeinsame Tagung des ›Netzwerks Forschung Kulturelle Bildung‹, der DGfE-Sektion ›Medienpädagogik‹ und des Forschungsprojektes ›DiKuBi-Meta‹ (BMBF, 2018-2022) möchte Forschende zur ästhetisch-kulturellen Bildung und Forschende im Feld der Medienpädagogik zusammenbringen, gegenseitig Einsichten erkunden, Kooperationsmöglichkeiten sondieren und gemeinsam neue Perspektiven für Forschung und Praxis diskutieren.

Näheres & call for papers: https://www.dikubi-meta.fau.de/veranstaltungen/joint-conference-11-netzwerktagung/

Tagung „Mikroformate“ 27.-29.6.2019

Die Tagung beschäftigt sich mit ästhetischen Formen der Verkürzung und Verdichtung, wie sie sich in den aktuellen Rezeptionspraktiken der Medienkultur (aber nicht nur da) beobachten lassen. Die kurze Form, wie sie beispielsweise schon Roland Barthes im Medium der Schrift reflektierte, ist in den vergangenen Jahren in den Kultur- und Medienwissenschaften extensiv für andere mediale Formate diskutiert worden. Wir wollen an diesen Diskurs anknüpfen und dabei gleichsam den Fokus verschieben, indem wir neben kurzen Mikroformaten vor allem auch die ästhetischen „Mikropraktiken“ der Rezipient*innen in den Blick nehmen.

Gegenwärtig finden sich zahlreiche medienkulturelle Phänomene, die sich als Mikroformate verstehen lassen – z.B. Gifs, Meme, Micromovies, Samples, Lernhäppchen u.a.m. Diesen kurzen Formen der Gestaltung und Wahrnehmung wollen wir uns aus theoretischer und empirischer Sicht annähern. Gerade bei aktuellen Rezeptionspraktiken im Internet State of Mind (Chan), bei denen Mikroformatierungen – unabhängig von der Ausgangslänge der Materialien – zu beobachten sind, gilt es, die Rezeptions- mit der Produktions- bzw. Produzent*innenperspektive zu verknüpfen. Bei der Tagungskonzeption gehen wir daher von einem komplexen und wechselseitigen Bestimmungsverhältnis von Rezeptionspraktiken und der Weiterentwicklung von Medienformaten und (Re-)Produktionspraxen aus. Die Tagung wird von Studierenden verschiedener Studiengänge (Intermedia, Kunst, Musik) inhaltlich aktiv mitgestaltet.

Mit Beiträgen und Workshops u.a. von Patrick Bettinger, Lisa Gotto, Theo Hug, Kai Kaspar, Helmke Jan Keden, Katja Lell, Daniela Neuhaus, Matthias Padszierny, Stephan Porombka, Noemie Stähli, Niklas Stockel.

Veranstalter*innen
Patrick Bettinger, Sandra Hofhues, Kai Kaspar, Peter Moormann, Manuel Zahn
Universität zu Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät

Kontakt
mikroformate-tagung@uni-koeln.de

Anmeldung und nähere Informationen
http://kunst.uni-koeln.de/mikroformate

In Kooperation mit der Wissenschaftlichen Sozietät Kunst Medien Bildung